Visionen, Utopien, Künstlerbauten

Die 1920er Jahre wurden geprägt von visionären Ideen und Utopien. Das Gesamtkunstwerk galt als künstlerisches Ideal.
Drei Künstler aus dem Hamburger Umland (Johann Bossard – Hans Henny Jahnn – Heinrich Steinhagen) strebten zeitgleich und doch sehr unterschiedlich ihren Utopien nach. Von verwirklichten, aber auch von gescheiterten Träumen, Wünschen und Hoffnungen handelt diese Ausstellung – und schlägt den Bogen in unsere Gegenwart.

15.05.2022 – 11.09.2022

 

Die 1920er Jahren wurden geprägt von visionären Ideen und Utopien. Das Gesamtkunstwerk galt als künstlerisches Ideal. Drei Künstler aus dem Hamburger Umfeld Johann Bossard (1874–1950), Hans Henny Jahnn (1894–1959) und Heinrich Steinhagen (1880–1948) strebten zeitgleich und doch sehr unterschiedlich ihren Utopien nach. Von verwirklichten, aber auch von gescheiterten Träumen, Wünschen und Hoffnungen handelt diese Ausstellung – und schlägt den Bogen in unsere Gegenwart.

 

Der Bildhauer und Maler Heinrich Steinhagen baute sich ab 1920 in Rahlstedt sein Haus mit Atelier, Werkstatt und Hof. Auch stattete er es mit eigenen Werken aus. Als Baumaterial nutzte er Lehm, den das Grundstück hergab. Die Kombination aus mangelndem architektonischen Sachverstand und dem Baumaterial führte zur Instabilität des sogenannten „Rahlstedter Schlosses“. Schon 1922 brach die Haupthalle erstmals zusammen. Steinhagen kämpfte um sein Haus, sein Gesamtkunstwerk und eckte mit seinen Bauvisionen an. Doch 1963 wurde der Bau wegen Einsturzgefahr abgetragen.

 

Bereits seit 1912 schmiedete der Schriftsteller Hans Henny Jahnn seine fantastischen Pläne zu „Ugrino“. Gemeinsam mit dem Philosophen Gottlieb Friedrich Harms und dem Bildhauer Franz Buse (ein Schüler von Johann Bossard) bildete Jahnn ab 1919 in Eckel eine Künstlergemeinschaft, die architektonische, musikalische und literarische Entwürfe bis hin zur Vision von heidnischen Tempelanlagen in der Lüneburger Heide zu verwirklichen suchten. „Ugrino“ war ab 1921 offiziell eine Glaubensgemeinschaft mit eigener Verfassung nach dem Muster der mittelalterlichen Bauhütte. 1928 scheiterte „Ugrino“ an finanziellen Schwierigkeiten. Die heidnischen Tempel wurden nicht gebaut.

 

Einzig die utopische Vision des Kunsttempels und der Kunststätte von Johann Bossard als Gesamtkunstwerk ist heute in Jesteburg noch erhalten. Ausgehend von den Künstlerbauten und Visionen der 1920er-Jahren stellt die Ausstellung auch heutige Utopien unserer Gegenwart vor.

 

Öffnungszeiten der Sonderausstellung:
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr

 

Flyer zur Ausstellung

Unseren Flyer mit dem Begleitprogramm und Informationen zur Ausstellung finden Sie hier in Kürze. 

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