Historische Fotografie „Pause bei der Getreideernte“, o.J. (um 1932–1935)

v.l.n.r Emil Hegg, Jutta Bossard, Wilma Krull, Johann Bossard

Beim Spaziergang über das Gelände der Kunststätte fallen mehrere freie Flächen auf, die nicht künstlerisch gestaltet sind. Diese Flächen dienten der Selbstversorgung der Bossards. Hervorzuheben ist hier die große Wiese zwischen Monolithenallee und Baumkreis. Dort, wo heute Kreativkurse stattfinden, gab es zu Lebzeiten der Bossards einen Acker, auf dem Buchweizen, Mais und Mengkorn angebaut wurde. Gepflügt wurde der Acker von den benachbarten Landwirten Brockmann und Schween. Durch den Anbau von eigenem Getreide sowie weiteren Maßnahmen zur Selbstversorgung sollte die Haushaltskasse entlastet werden. So hatten es Jutta und Johann Bossard in ihrer Kindheit gelernt. An der Kunststätte Bossard war dadurch mehr Geld übrig, um den Kunsttempel zu errichten und die Gebäude künstlerisch auszugestalten.

Zusätzlich wurden auch Tiere an der Kunststätte gehalten, zum Beispiel Hühner, Gänse, Enten, Schafe, Schweine, Kaninchen und sogar Bienen. Für die Betreuung der Tiere und auch für den Acker und die Obstbäume war Wilma Krull, die Schwester von Jutta Bossard, zu ständig. Sie kümmerte sich um den Haushalt, die Besucher und die Selbstversorgung. Somit konnte sich das Ehepaar Bossard ganz auf die Kunst konzentrieren.

Geerntet wurde immer gemeinsam und nicht selten halfen dabei auch Freunde, die die Kunststätte besuchten. Auf dem abgebildeten Bild ist ganz links Emil Hegg zu sehen, ein guter Freund Johann Bossards aus der Schweiz. Nach rechts folgen Jutta Bossard, Wilma Krull und Johann Bossard. Gern gesehene Helfer waren auch Kinder und Jugendliche, die in den Ferien zu Gast waren. Sie kümmerten sich hauptsächlich um die Tiere oder sammelten Pilze auf dem Grundstück.

Weitere benötigte Lebensmittel konnten von benachbarten Bauern hinzu gekauft werden. Zugekauft wurden vor allem frische Milch und gelegentlich Frischobst, so dass der Haushalt fast autark war.

Auch heute versucht das Café im Hof, nur lokale Produkte zu verwenden und nutzt immer noch den Gemüsegarten der Kunststätte.

Weitere Informationen zur Ernährung an der Kunststätte Bossard können im Kreiskalender 2020, Jahrbuch für den Landkreis Harburg, nachgelesen werden, in dem ein Aufsatz dazu erscheinen wird.