Ernst und Auguste Krull an der Kunststätte Bossard

Historische Fotografie, o.J.

[Jutta Bossard, die am 6. Juli 1903 als Carla Augusta Elsine Dorothea Krull in Buxtehude geboren wurde, war das sechste und letzte Kind von Ernst und Auguste Krull. Die Familie Krull lebte längere Zeit in Stade, wo auch die ersten fünf Kinder auf die Welt kamen, bevor die Familie um 1900 nach Buxtehude umzog. Der Umzug war notwendig geworden, weil der Vater, Ernst Krull, in Buxtehude als Realschullehrer arbeiten konnte. Um das Einkommen der Familie aufzubessern, vermietete die Familie Krull Zimmer unter, betrieb einen kleinen Garten und Ernst Krull gab Nachhilfeunterricht. Der einzige Sohn der Familie, Ernst Krull, fiel mit nur 19 Jahren im Ersten Weltkrieg.

Es ist gut vorstellbar, dass sich Ernst Krull Sorgen um die Zukunft seiner fünf Töchter machte, da diese nun keinen Bruder mehr hatten, der sich um sie kümmern konnte. Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren sicherlich schwierig für junge Frauen, die gerne eine Familie gründen wollten, denn viele Männer waren gefallen oder hatten kein gesichertes Einkommen. Ernst und Auguste Krull förderten daher die berufliche Selbständigkeit ihrer Töchter und erlaubten ihrer jüngsten Tochter Jutta auch das Kunststudium in Hamburg, das sie sich wünschte.

Dass ihre Tochter über das Studium ihren späteren Ehemann – nämlich ihren Lehrer Johann Bossard – kennenlernen würde, konnten Ernst und Auguste Krull natürlich nicht vorhersehen. Bis an ihr Lebensende zitierte Jutta Bossard gerne die erste, spontane Reaktion auf die Nachricht von der Verlobung: „Kind, der Mann ist doch viel zu alt für dich!“ Trotz allem ließ Auguste Krull ihre Tochter bald darauf wissen, dass sie ihre Heirat mit Johann Bossard akzeptieren und unterstützen würde: „Und weil du ihn liebst, werde ich ihn auch lieb haben“.

Jutta Bossard-Krull und Johann Bossard pflegten auch nach der Eheschließung gute Kontakte mit den Eltern Krull. Vor allem Ernst Krull unterstützte die Bossards bei der Pflege des großen Grundstücks und bei der landwirtschaftlichen Arbeit. Bei einem Besuch der Eltern Krull an der Kunststätte entstand das obige Foto, welches Ernst und Auguste Krull stolz auf der Südseite vor dem Wohnhaus an der Kunststätte Bossard zeigt.

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